Das sagen Teilnehmerinnen

Kommentare: 0

Silke Timm

Ich hab das Waldbad so erlebt, als wär ich in Kürze mit all den

Eindrücken und kleinen feinen Erlebnissen eines langen Tages im Wald

beglückt nach Hause gekommen. Dann kamen auch allerhand Erinnerungen aus der Zeit auf, als ich klein und mit meinem Großvater und meinen Eltern

erste Waldgänge unternommen hab. Da hab ich auch schon kleine

Waldquadrate bestaunt und deutlich mehr in die Hand genommen und befühlt

als später. Merklich gewachsen war dann eher das Oben eindrucksvoll, das

Licht, die Baumkronen, die Wolken, die beruhigende Athmosphäre. Also das

Fühlen und stärkere Beachten aller "Naturen", die da so sind, war das

Alte und Neue zugleich. Und das gründliche Atmen hat mir gut getan. Mal

tief Luftholen auf einem langen Gang gehört bei mir auch immer dazu. 

Das Atmen frischer sauerstoffbeladener edler Luft passte für mich am

stärksten mit dem Gefühl des Badens, und Badendürfens so lang ich

möchte, zusammen und fühlte sich auch so an.

 

Anja Klemm 

Gut, nochmal einen Anlass zu haben, über diese besonderen Stunden am Ende des Jahres nachzudenken. Im Vorübergehen geschieht das immer, wenn ich ich in meine Jackentasche fasse. Da berühren meine Finger die Eichel, die ich eingesteckt habe. Kurzes Aufblitzen eines guten Gefühls.

Bewusst die Spazierwege gesucht, die mich in den letzten Wochen immer mal wieder in DEN Wald führten. Auf anderen Pfaden durchquert. Mit dem Schritt, mit dem ich nicht nur vorankommen will. Der Blick sucht andere Richtungen. Die Gedanken werden tatsächlich stiller hier.  Dunkelgrüne Atemzüge. Im Februar  erscheinen sie mir von dieser Farbigkeit. Sogar der Hund bemerkt, dass es nicht im Alltagsschritt voran geht. Und schaut öfter mal zurück. Schlendern. Wir können es versuchen.

Gerne auch Mal wieder gemeinsam, weil es den Blick öffnet. Die Ohren schärft. Sogar was berührt, was ich völlig entspannt teilen konnte: Zeit und das zufriedene Lächeln nach ein paar Stunden unter Bäumen.

 

Kirsten Krakow  

Ich finde einen Waldspaziergang ist für sich schon ein Sinnengenuß. Durch deine Anregungen habe ich noch einmal die Sinne geschärft und habe so das, was wir im Wald ( Gerüche, Farben, Baumrinde und -form, Geräusche, den Waldboden) viel intensiver wahrgenommen. Dein Gedicht war eine gute Idee. Ich gehe jetzt wieder mit einem aufmerksamen Blick und schaue mal aus einer anderen Perspektive und atme bewußter , um all die guten Terpene zu inhalieren!

 

Klara Hennings

Man muss sich eingestehen: Ich kenne den Wald nicht.

Ich habe ihn nie richtig wahrgenommen. Ich habe ihn nie richtig lieben können, bin zu schnell an allem vorbeigerast.

Habe andauernd darauf gewartet,  mich endlich gut zu fühlen, endlich die heilenden Energien des Waldes in mich zu lassen.

Beim Waldbaden höre ich zum ersten mal die tiefen beruhigenden Gedanken der Bäume, das langsame Knarzen, die Geräusche in einem Baum.

Langsam kommt man ins Grübeln...

Den Wald habe ich nie richtig erkannt.. aber erkenne ich dann mich ?

Habe ich mich je richtig wahrgenommen? Und eine Antwort leuchtet auf.

Ich habe noch nie auf meine tiefen ruhigen Gedanken gehört.

Ich fange langsam an, die Ruhe um mich zu genießen. Ich fange langsam an, die Ruhe in mir zu genießen. Ich höre zum ersten mal die tiefen beruhigenden Gedanken meiner selbst. Und lerne über mich. Lerne mit mir.

Lerne, dass Ruhe etwas anderes als Stille ist. Dass ich sie brauche.

Spüre, dass ich mich brauche.

 

Annett Theile

Munter stapfte unsere kleine Gruppe Frauen in das ruhige nahe Wäldchen. Nicht lange Zeit später staunen, schnupperten, gingen behutsam auf leisen Sohlen, horchten hier und dort, schauten und entdeckten wir, die sonst übersehenen Kleinigkeiten, die Wunder des Waldes...

Ausatmen... Einatmen....Wir ließen der Phantasie freien Lauf und sprudelten voller Ideen. Ein einmaliges Gruppenwundern!

Und immer wieder stehenbleiben, achtsam sein, mit allen Sinnen, außen und innen ....

Die Freude sprang durch unsere Augen in unsere Herzen.

Das Innehalten an einem selbstgewählten Kraftort war das Besondere für mich.

Hier, dem alten Jahr nochmal nachzuspüren, die vergangene Zeit wertzuschätzen und abzuschließen.

Einfach ausatmen...

Und dann mit meinen selbstgesammelten Eicheln, Tannenzapfen die Saat für das kommende Jahr in die Erde legen.

Wo will ich im neuen Jahr mehr hinschauen, welche Dinge werden passieren und wer bin ich ... ,

wann will ich Acht geben auf mich und was trägt ....

Und das Kommende Einatmen....

Das tat mir einfach gut. Unser Waldbaden ließen wir in lustiger Runde beim gemeinsamen Tee und Gebäck ausklingen. Bis bald! Beim nächsten Vollbad im Wald! Ohne Handtuch!